Bericht: 60 Seemeilen vor Sylt 2011 (Sina Andersen)

Unsere diesjährigen 60 Seemeilen vor Sylt waren von Anfang an umwerfend. Noch vor dem Start “kenterten“ gleich drei Catamarane am Strand. Unter anderem auch “mein“ Boot, obwohl ich mich mit meinem ganzen Gewicht an das Boot hängte schien es den Wind und das Boot nicht im geringsten zu interessieren, denn es viel trotzdem um.
Da die Catamarane durch starken Wind umgekippt waren, wurde der Start um 1,5 Stunden verschoben.
Als wir dann endlich starten konnten, hatten sich zwei Teams dazu entschlossen, ihre Boote lieber am Strand stehen zu lassen und nicht zu starten. Doch auch bei den gestarteten verlief nicht alles reibungslos. Holger verlor direkt nach dem Start seine Vorschoterin Melanie und da sie vom Motorboot aufgesammelt werden musste, waren die beide aus dem Rennen. Dafür stieg er dann um aufs Motorboot und unterstütze die Regatta-Leitung.

 

An der Hörnumer-Odde meinten einige dann auch baden gehen zu müssen. Peter und seine Vorshoterin Anna kenterten durch, und Dieter und Lukas taten dies nur nicht, weil sie schlauerweise eine Kenterboje auf ihrem Mast angebaut hatten.
Durch den starken Wind und die Wellen auf der West-Seite von Sylt führen viele Segler Stecker und kenterte dann auch durch. Auch wir kenterten nach einem Stecker und mussten im Zuge des Zeitverlustes leider Steve(Stefan  Rumpf) an uns vorbeiziehen lassen.
In List angekommen war schnell klar, wer die ersten 4 Plätze am ersten Tag belegten, es waren (wie fast immer) Carsten Jäkl (Capricorn) auf dem 4 Platz, Jascha Netz (HC16) auf dem 3 Platz, Jakob Schwermer (16er Spi) auf dem 2 Platz und Stefan Rumpf (HC 16) auf dem 1 Platz.
Als auch die letzten in List angekommen waren, ging es gesammelt wieder nach Hörnum, wo wir bei Fassbier und Gegrilltem ganz gemütlich zusammen saßen.
Der Höhepunkt des Abends war die Sonderwertung, Holger hatte sich 3 lustige Kategorien einfallen lassen, und verlieh den 3 Preis (2 Dosen Red-Bull) an Christopher Pforr und Fabian Jessen (HC 16) für ihr großes Durchhalte-Vermögen, da die beiden ganze 4 Stecker gefahren waren.
Platz 2 (1 Flasche Sekt) ging an Anna Hauschildt (HC16), da sie nach ihrer ersten Segelstunde zusammen mit unserem Segellehrer Peter gleich den Mut bewiesen hatte, an diesen Regatta teilzunehmen.
Doch Platz 1 (1 Shorty) ging an Lutz Hermann und Anton Hermann (HC 16). Die beiden waren bis Kampen 3 mal gekentert und jedesmal nur mit Hilfe der Sicherungsboote wieder auf die Kufen gekommen, sie gesagten, wenn sie noch ein 4 mal kentern sollten, dann würden sie aufgeben, aber sie haben bis List durchgehalten, ohne nochmal zu kentern.
Am nächsten morgen ging es früh wieder los, pünktlich um 8.00 fuhren wir vom SCC-Vereinsheim Richtung List, wo wir um 10.00 starteten. Der Wind hatte nachgelassen, und es hieß auf dem Rückweg Am-Wind kreuzen. Fast alle waren bester Laune.
Ich gehörte zu den wenigen, die eher schlechte Laune hatten, oder besser gesagt nicht die größte Motivation aufbringen konnten. Ich hatte Kopfschmerzen und mir tat der Kiefer weh, da ich bei unserem Stecker am Vortag leider den Vorderbiem “geknutscht“ hatte.
Davon abgesehen war allen klar das es eine lange, und besonders für die Vorshoter anstrengende Tour zurück nach Hörnum werden würde. Aber was tut man nicht alles für den Sport.
Alle die in List am Vortag angekommen waren, egal ob schlechte Laune oder nicht gingen an den Start. Und es wurde anstrengend!
Raus ins Trapez, wieder rein. Raus ins Trapez und wieder rein. Immer wiederholten sich die Abläufe, nie gab es Abwechslung, und irgendwie schien die Strecke die man noch vor sich hatte kein Ende zu nehmen.
In Hörnum angekommen sah man nicht nur lange Arme und müde Gesichter. Nein! als den Teilnehmern auf Nachfrage verkündet wurde das sie ca. 5 Stunden gebraucht hatten, und das die letzten noch lange nicht im Ziel waren, sah man Entsetzen in den Gesichter.
Keiner hätte gedacht das die Strecke so viel Zeit in Anspruch genommen hatte, und es hätte auch keiner gedacht, das als die letzten ins Ziel kamen tatsächlich die 5,5 Stunden Begrenzung um eine halbe Stunde überschreiten würden. Trotzdem wurden alle Teilnehmer gewertet.
Aber man sah auch eine etwas merkwürdige Begebenheit. Unten am Wasser stand plötzlich jemand mit einer Stoppuhr. Ja, mit einer Stoppuhr. Es wurde die Zeit gestoppt und gerechnet, wer würde als Sieger der diesjährigen 60 Seemeilen hervor gehen? Steve (Stefan Rumpf) mit seinem Hobie 16? Oder würde doch  Carsten Jäkel mit dem Capricorn schneller sein?
Trotz der Stoppuhr und den großen Rechenkünsten, bis zur Sieger-Ehrung wusste keiner wer der Sieger war (außer Holger, aber der leitete ja auch die Siegerehrung). Letzten Endes gewann mal wieder Steve (Stefan Rumpf) (HC 16) vor Carsten Jäkel (Capricorn) und Jascha Netz (HC 16). Auf dem 4. Platz landete Jakob Schwermer mit seinem Vorshooter Tim Michaelis (HC 16 Spi) vor Sina Andersen und Claus Kullen (HC 16). Überraschender weise landete Landes-Jugendmeister Malte Ebbecke (HC 16) nur auf dem 6. Rang, dicht gefolgt von Fritjof Sacht (HC 16) auf dem 7. Rang.
Um die Top-10 komplett zu machen: auf Rang 8 Christian Schütz und Markus Zickermann (HC 16), 9. wurden Rotger Barich und Heike Barich (Topkat) und 10. wurden Lutz Hermann und Anton Hermann (HC 16).
Aber im Großem und Ganzen war es eine, am ersten Tag sehr stürmische und am zweiten Tag sehr lange, aber wie immer wunderschöne Regatta vor der Nördlichsten (und für mich schönsten) Nordseeinsel Deutschlands.
Wir hoffen auf eine genauso zahlreiche Beteiligung im nächsten Jahr und bis dahin:
Have a Hobie day
Sina Andersen.