Mindener Cat-Becher 2009

Mindener Cat-Becher 10.+11.10.09 auf dem Steinhuder Meer. Von 17 gestarteten Teams konnte Marlon Wollschläger/Luisa Ehlebracht den 10. Platz und Holger Povel/Melanie Heuser den 8. Platz erreichen.
Und hier ein Bericht über das Wochenende...

Mindener Cat-Becher 2009


Anfang Oktober fand am Steinhuder Meer wieder die Hobie Regatta Mindener Cat-Becher statt. Und in diesem Jahr war ich dabei, meine erste auswärtige Regatta jenseits des heimischen Reviers in Hörnum auf Sylt.
Ausgerichtet wurde die Traditionsregatta am 10. und 11. Oktober von dem Segel-Klub Minden und dem Yacht Club Niedersachsen. Da der erste Start für 12 Uhr angesetzt war, hieß es an dem Tag früh aufstehen. Galt es doch erst einmal von Hamburg zum Steinhuder Meer zu kommen. Als wir eintrafen waren die meisten schon fleißig dabei die Boote aufzubauen. Gemeldet hatten 22 HC 16, 14 HC 14 und 3 FX-One. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, gleichmäßiger Wind, sommerliche Temperaturen, traumhafte Bedingungen .... wo auch immer sie herrschten, jedenfalls nicht am Steinhuder Meer. Pünktlich, dem Wetterfrosch sei dank, hatte es angefangen zu regnen und regnete sich stetig ein. Prima, da fühlt man sich ja gleich wie zuhause, fehlt nur noch der Sylter Sturm, dann wär’s perfekt.
Überall sah man bekannte Gesichter, auch die üblichen Verdächtigten fehlten nicht. Was will man mehr. „Hey, wir kennen uns doch“, schallte es mir am Vereinsheim entgegen. Ja Krishan, den Groschen hat man nach einiger Zeit deutlich fallen hören.
Aber ist ja auch schon ein Weilchen her. Die meisten der Teilnehmer kenne ich von dem Cat Festival Sylt in Hörnum, welches der Sylter Catamaran Club, dem ich angehöre, alljährlich im Sommer veranstaltet.
Martin Arndt, der neben der Regattaorganisation auch die Wettfahrtleitung inne hatte, begrüßte uns kurz, wünschte uns viel Spaß und versprach uns nicht allzu verfroren aussehen zu lassen.
Pünktlich kurz vor zwölf ging es zum ersten Lauf aufs Wasser. Stets begleitet von dem nicht enden wollenden Regen an diesem Tag. Oh man, warum hat mir vorher keiner gesagt, das es soo kalt wird. Während sich mein Skipper also mit der geplanten Strecke auseinandersetzte, setzte ich mich mit warmen Gedanken auseinander. Die Schoten fest in der Hand (ob ich sie so festhielt oder sie festgefroren waren, kann ich nicht mehr sagen) ging’s los zum ersten Lauf. Geplant waren für diesen Tag zwei Wettfahrten, bei vorherrschenden 2-3 Windstärken (Tendenz eher abnehmend, im Gegensatz zum Regen). Den ersten Lauf beendeten wir als 5. Boot und wurden auch prompt zum Berichtschreiben abkommandiert.
Diese Aufgabe delegierte mein Skipper gleich an mich und wurde seit dem nicht müde mich fast täglich an diese Aufgabe zu erinnern. Danke Holger.
Beim Mindener Cat Becher wurden die ersten beiden Läufe verkürzt was in anbetracht des abnehmenden Windes eine gute Entscheidung der Wettfahrtleitung war. Bei den 14 ern mussten Andreas, Oliver, Tinka und Karlodda leider schon vorzeitig an Land zurückkehren, was aber wohl eher an technischen Problemen als an den Temperaturen lag. Zwischen den beiden Läufen hätte sich jeder Dokumentarfilmer vor Freude nicht mehr eingekriegt. Konnte man doch turnende Hobie Segler in freier Wildbahn beobachten. Die verrücktesten und ausgefallensten Turnübungen wurde vorgeführt um wieder warm zu werden. Jeder Aerobic Trainer hätte vor Freude über diesen Anblick geweint.
Als der Wind sich schon mehr oder weniger verabschiedet hatte, dümpelten wir alle nach den beiden Läufen Richtung Ufer. Hm, irgendwo hier musste doch die Wiese sein. Mehr oder weniger orientierungslos im trüben Nebel, kamen aber alle wieder heil an Land. Man hatte sich beim auslaufen nur einfach nicht gemerkt, ob man an dieser oder doch an jener Baumgruppe an Land musste.
Mehr oder weniger im Eiltempo wurden die Boote für diesen Tag abgetakelt. Ingo war wohl als erster wieder am Vereinsheim oben. Clever, wie er nun mal ist, hatte er sein Boot einfach so stehen lassen, wie es war. Spart nicht nur das abbauen, nein, das Boot ist morgens auch gleich segelfertig. Was will man mehr.
Ein paar heiße Duschen später traf man sich wieder am Vereinsheim. Die einen belagerten schon den Grill und die andere Hälfte saß noch drinnen und schaute Fußball. WM-Qualifikationsspiel Deutschland : Russland. Der 1:0 Sieg von Deutschland musste anschließend natürlich erst einmal standesgemäß begossen werden. Während Pröschi und die Tinkas noch über Themen debattierten, die ich hier nicht näher ausführen möchte, flogen andernorts bereits die Havana tief.
Dann zogen unsere Gastgeber das kulturelle Highlight des Abends aus dem Hut. Des einen Freud, des anderen Leid: Singstar! Mit schier unerschöpflichem technischen Know how wurden Besenstiele in Mikrofonständer verwandelt. Fehlten nur noch Krishans legendäre Luftgitarren. Die Stimmung kochte. Ingo „Der Brummbär“ Delius lieferte uns eine völlige Neuinterpretation von R.E.M.s Everybody Hurts. Und spätestens seit Krishans Auftritt können wir sagen: Bob Marley is alive.
Germany 12 Points.
Während es drinnen Musikantenstadl bis tief in die Nacht gab, wurde draußen Casino Royale gefeiert. Im Auto des einen Regattateilnehmers wurde noch lange gezockt und die Finanzen aufgebessert. Zumindest bei einem ☺
Am Sonntag war der erste Start gnädigerweise für 10.30 Uhr angesetzt. So manch einer murmelte etwas von Schönheitsschlaf vor sich hin und hatte eine noch schlimmere Stimme als ich mit meiner Erkältung.
Es herrschten mehr oder weniger stetige 3 Windstärken, aber auch für diesen Tag war abnehmender Wind angesagt. Zumindest regnete es nicht wieder und zwischendurch ließ sich sogar kurz die Sonne blicken. Na bitte, es geht doch. Von den drei Wettfahrten mussten die letzten beiden aufgrund des nachlassenden Windes verkürzt werden. Dennoch blieb uns allen genug Zeit mit den örtlichen Winddrehern zu kämpfen. Linke Seite hoch segeln oder doch besser die rechte?
Welche Seite die bessere war stellte man leider immer erst am Zieldurchlauf fest, wie immer. Mit einem stark nachlassenden Wind erreichten wir alle nach den Wettfahrten das Ufer und begannen munter die Boote abzubauen, Masten zu legen und alles zu verladen.
Bei der Siegerehrung kamen alle noch einmal zusammen. Bernd Kröger belegte den ersten Platz bei den 14ern, gefolgt von Friedhelm Weller und Oliver Stoltenberg. Die FX-One Segler legten eine erstaunliche Stetigkeit an den Tag. Jörn Knopp, der souverän alle 5 Läufe gewonnen hat, belegte entsprechend den ersten Platz. Auch Hermann Angershausen und Hermann Voges auf dem zweiten und dritten Platz hatten ihre Zieleinläufe durchgehend beibehalten und sich die Platzierungen erkämpft.
Von den ursprünglich 22 gemeldeten 16ern starteten letztlich noch 17 Boote. Ingo Delius (der sich wohl am Vorabend doch nicht völlig verausgabt hatte) segelte mit Sabine Wenig allen davon und belegte verdient den ersten Platz. Zweiter in der Gesamtwertung wurde Hauke Bockelmann mit Vorschoterin Jil Mohr. Bronze ging an Stephan Schubert und Tom Schreyack.
Trotz des Regens ging ein schönes Regattawochenende zu Ende, welches mit Sicherheit nicht mein letztes war. Danke an meinen Skipper Holger, der mich trotz mangelnder Regattaerfahrung mitgenommen hat. Vielen lieben Dank an Martin, der die ganze Organisation und Wettfahrtleitung souverän gemeistert hat. Ob bei den Läufen in strömendem Regen auf dem Wasser oder zur Raubtierfütterung am Grill – Martin war immer da und hat uns versorgt. Tatkräftig unterstützt von seinem Team (Jungs das mit der Beleuchtung am Grill üben wir noch mal ☺) Danke für einen gelungenen Mindener Cat-Becher 2009.
Diese Gelegenheit möchte ich auch noch einmal nutzen alle Segler herzlich zu unserem Cat Festival Sylt nach Hörnum einzuladen. Der Termin ist vom 10.-18.7.2010. Wunderschönes anspruchsvolles Segelrevier, super Wetter, Beachpartys und ein buntes Rahmenprogramm während der ganzen Woche. Ich hoffe wir sehen uns dort.

Have a Hobie Day !
Melanie Heuser